
Im Reich der Fetisch-Szene ist die Geldherrin die Luxuslady unter den Dominas. Umschwärmt von einer Schar devoter Sklaven lässt sich die Geldherrin jegliche finanzielle Wünsche erfüllen. Dabei ist es nicht nötig, die Sklaven oder Paypigs persönlich zu treffen. Eine eigene Homepage für die Betätigung als Geldherrin oder die Anmeldung auf einschlägigen Amateurportalen reicht aus, um sich ein wenig mehr Luxus im Leben gönnen zu können. Voraussetzungen für den Erfolg als Geldherrin sind ein dominates Auftreten und die Fähigkeit Männer zu demütigen. Ein ansprechendes Äußeres der Geldherrin und der unbedingte Wille nach Luxus und Macht sind natürlich auch von Vorteil.
Die Geldherrin dreht kleine Videofilme oder steht im Live-Chat bereit, um ihren Sklaven Anweisungen zu erteilen und sie in eine sexuelle Abhängigkeit zu führen. Festgelegte Regeln und Strafen bilden den Rahmen solcher “Sitzungen”. Da die Geldherrin den Sklaven meist nicht persönlich trifft, ist es überaus notwendig, ihn psychisch an sich zu binden. Der Untergebene muss die Geldherrin vergöttern und ihr jeden Wunsch erfüllen. Die Geldherrin befiehlt ihrem Sklaven, sie mit Gutscheinen oder Geldbeträgen für ihre Leistungen zu bezahlen.
Wie bei einem herkömmlichen Domina-Sklaven-Rollenspiel werden im Vorfeld spezielle Wünsche des Kunden (Sklaven) festgelegt. Dabei kann es sich um verbale Erniedrigung, Kontrolle über die Selbstbefriedigung durch die Geldherrin oder jeglicher anderer Art von Fetisch gehen. Zusätzlich wird der Sklave mit freizügigen Fotos oder Videos der Geldherrin belohnt, wenn er besonders artig war, sprich genügend Geld bezahlt hat. Allerdings wird die Geldherrin keinesfalls Geschlechtsverkehr mit dem Sklaven haben. Das Rollenspiel ist einzig auf die feminine Macht der Geldherrin und die sexuelle Erregung des Sklaven bei der Erniedrigung durch Wort, Bild und vor allem Geldabgabe begründet.
Der Sklave ist der Masochist im Rollenspiel und findet unter der Kontrolle seiner Geldherrin seine sexuelle Erfüllung in seiner erniedrigenden finanziellen Ausbeutung. Dabei nennt die Geldherrin Männer jeglichen Alters und Berufsstandes ihre Kunden. Seit kurzer Zeit und mehrerer Berichte über die Szene der Geldherrin steigt die Nachfrage nach ihren Diensten enorm an.
Oberstes Gebot nach Vereinbarung der Spielarten ist die Diskretion und Verschwiegenheit der Geldherrin. Es sei denn, der Kunde möchte in sein Spiel eine öffentliche Bloßstellung mit einbinden. Zu diesem Zweck werden meist Fotos des Sklaven in erniedrigender Form auf der Homepage der Geldherrin oder allgemein im Internet veröffentlicht.
Zu den Kunden der Geldherrin zählen meist Männer mit verantwortlicher Position im Beruf, dominantem Auftreten und dem Wunsch für eine begrenzte Zeit ein gewisses Maß an Kontrolle an die Geldherrin abzugeben. Bedenklich wird diese Art des Masochismus, wenn sich der Kunde für die Geldherrin verschuldet und/oder sein ganzes Hab und Gut verliert. Daher liegt bei der Geldherrin auch ein gewisses Maß an Verantwortung, ihre Luxusgier im Zaum zu halten.
Geldherrin ist ein fester Bestandteil der Sadomaso Szene, wobei sie von einigen “normalen” Dominas eher verachtet und gefürchtet wird. Der Einfluss der Geldherrin steigt enorm an und kann fast als Weiterentwicklung herkömmlicher Domina-Sklaven-Beziehungen gesehen werden. Gerade der meist nicht stattfindende persönliche Kontakt und die oft übergebührliche Bezahlung macht die Betätigung als Geldherrin besonders attraktiv. Aus diesem grund lässt sich auch eine stark wachsende Anzahl an sogenannten Fake-Geldherrinen beobachten.